Archive for Juli, 2012

Militärischer Schutz humanitärer Hilfe

Der richtige Vorsatz würdig eines 1. August

18.04.1993 ergänzt 31.07.2012

Die schrecklichen Vorgänge in Syrien, die irgendwie wegen dem brutalen, direkten Einsatz modernster Waffen (Tanks, Bomber, Helikopter, Raketen, und wie angedroht demnächst chemische Waffen) gegen die Zivilbevölkerung und deren Wohnquartiere, auf Frauen, Kinder, Alte, Kranke, Hilflose, Invalide, ausgehungerte und psychisch zerrüttete Menschen sogar die äusserst brutalen Befreiungskämpfe in Nordafrika in Schatten stellen, wecken Erinnerungen an  das Schreckgespenst der Millionen von Flüchtlingen in Ruanda und Kosovo und all den anderen besonders um die Jahrhundertwende tobenden Wirren und Menschschlächtereien. Diese  haben uns bereits damals alle in Verzweiflung zu Boden gerissen und laut ausrufen lassen „Gott wo bist DU, warum lässt DU so etwas zu?“ Sicher sind unsere Sünden gross, wenn man all die Gier nach immer mehr Macht, Geld und den Genüssen unserer permissiven Überflussgesellschaft sieht – aber sind diese Sünden wirklich so gross und so weit verbreitet, dass alle, besonders auch die Schwachen und Wehrlosen dafür büssen müssen?

Als am Ende des letzten Weltkriegs unser damaliger Aussenminister Bundesrat Max Petitpierre den Schwerpunkt für unsere im westfälischen Frieden 1648 und dem Wienerkongress, besonders der Pariser Friedenskonferenz 1815 anerkannte Neutralität auf eine noch intensivere weltweite Humanitärere Hilfe setzte, begründete er dies mit den dunklen Wolken, die er für Frieden und Wohlergehen unserer Welt voraussah. Als positiver und aktiver Optimist verlangte er von der Schweiz einen kontinuierlichen Einsatz für Frieden und Sicherheit, mit dem Schwerpunkt auf der Sicherheit für die Armen und Schwachen.

Besonders die Vorgänge in Ruanda gaben gegen die Jahrhundertwende sehr vielen Schweizern zu denken. Verstärkt wurde dies später durch Bosnien und all die überall immer häufiger ausbrechenden und immer blutigeren Konflikte. Damals (1993,1994 und all die Jahre danach)  haben viele von uns die Idee vertreten, dass als Geburtsort der Idee des Roten Kreuzes es wiederum an der Schweiz sei, die Idee eines Unabhängigen internationalen militärischen Korps zum Schutze humanitärer Aktionen zu lancieren. Immer mehr zeige sich bei allen internationalen Konflikten, wie damals in Jugoslawien, und den seither stets schärfere Formen annehmenden Kämpfen, dass humanitäre Aktionen ohne einen wirksamen militärischen Schutz nicht mehr möglich sind. Dieser Schutz ist weniger vom menschlichen (Freiwillige), technischen oder finanziellen Aufwand her ein Problem als aus völkerrechtlichen und politischen Gründen. Schliesslich handelt es sich um Eingriffe in innerstaatliche Verhältnisse. Damit ist die Gefahr der Verwicklung (Vietnamisierung) und Ausweitung zu internationalen Konflikten verbunden. Politische Organisationen, wie die UNO, die NATO, die KSZE oder die EU, waren und sind deshalb leider immer besonders vorsichtig geblieben. Leider allzu ängstlich seitdem sich die neuen Atommächte Aspiranten Nordkorea und Iran dank der Unterstützung von Russland und China ziemlich lauthals als Hüter staatlicher Unabhängigkeit aufspielen. Ein totaler Unsinn, wenn man bedenkt, dass gerade die mächtigen und zu Eingriffen fähigen Staaten die immer noch, wenn auch vielleicht mehr auf dem Papier als in der Wirklichkeit, geltende Menschenrechtskonvention unterzeichnet haben. Zum Glück gibt es Staaten wie Frankreich, insbesondere Persönlichkeiten wie Balladur und Juppé in Ruanda, Sarkozy in Libyen oder Kofi Anan in Syrien, die ihnen verfügbaren Machtmittel zum Schutz der hilflosen Zivilbevölkerungen einzusetzen.

In einer derart ausweglosen und für die ganze Menschheit beschämenden Weise  ist der Zeitpunkt gekommen, neue Wege für den Schutz humanitärer Hilfe zu suchen. So wie seinerzeit in Genf die Idee des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz als eine neutrale, vollständig apolitische und allen durch kriegerische Ereignisse in Not geratenen Menschen dienende Organisation entstand, genau so sollte jetzt der Gedanke eines ebenso neutralen und unabhängigen militärischen Schutzes geprüft werden. Keine Blauhelme, die letztlich einer politischen Organisation verpflichtet sind, sondern, warum nicht, Weisshelme mit dem roten Kreuz!

Ein modernes, permanent einsatzbereites und genügend grosses Rotkreuz-Korps, das in der Lage wäre, mit militärischen Einsätzen Vorgänge wie bereits im letzten Jahrhundert in Sarajewo und Srebrenice und heute nach den Wirren in Nordafrika und neuerdings in Syrien Heckenschützen, Artillerie- Panzer und Bombenangriffe auf die zivile Bevölkerung zu neutralisieren und Angriffe auf humanitäre Konvois zurückzuschlagen. Dabei sollte bei solchen Eingriffen peinlichst genau auf die ”Verhältnismässigkeit” der verwendeten Mittel geachtet und gezielt (schon allein zum Schutze der Zivilbevölkerung) vorgegangen werden, was letztlich nur durch direkten Einsatz vor Ort bzw. mit der Infanterie oder anderen Ordnungskräften sowie mit sorgfältig dosiertem Schutz aus der Luft erlaubt sein sollte. Auch auf die Gefahr eigener Opfer und nicht nach amerikanischem Muster alles aus der Luft regeln zu wollen. Gut ausgebildete Bodentruppen können gerade für diese Aufgaben nicht einmal von den  noch so perfektionierten Drohnen ersetzt werden, Humanitäre Hilfe bleibt bis zuletzt das Privileg anderer mutiger und fähiger, aufopferungsbereiter Menschen.

Ein solches Korps kann zudem nur wirksam sein, wenn es auf einem international anerkannte Statut verankert ist. Seine Führung sollte im Einzelfall ermächtigt sein, rasch, unabhängig von Regierungen und Organisationen jedes Mal dann einen militärischen Einsatz anzuordnen, wenn erwiesenermassen Gefahr für schutzlose Zivilbevölkerungen besteht und eine humanitäre Aktion von den zuständigen Organisationen durchgeführt wird. Natürlich kann dieses Rotkreuz-Korps nicht gegen die ganze Welt antreten. Sein militärischer Schutz sollte auch nur solange gewährt werden, bis sich die zuständigen Organisationen und Regierungen auf ein Vorgehen geeinigt haben und dieses Vorgehen in die Tat umsetzen.

Wäre dies nicht eine würdige Aufgabe für die neutrale Schweiz? Eine starke und moderne Schweizer Armee, mit besonders für diese Aufgaben ausgebildeten freiwilligen-Elite-Einheiten, könnte, zusammen mit anderen noch als neutral anerkannten Staaten, für ein solches Rotkreuz-Korps die erste Grundlage und eine logistische Basis bieten. Neben unserer in diesen konfliktbeladenen Zeiten ohnehin mehr denn je notwendigen Selbstverteidigung würde unser Land damit auch einmal einen ausserhalb rein wirtschaftlicher und vor allem finanzieller Zielsetzungen liegenden konkreten Beitrag für den Frieden erbringen und würde damit ganz in der Tradition des schweizerischen Rotkreuzgedankens, aber auch ihrem Grundsatz von Neutralität und Solidarität bleiben.

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31 Juli, 2012 at 7:49 am 1 Kommentar

Mehr moralische Selbstverantwortung und demokratische Mitbestimmung für eine humanere Zukunft

Mein Blog vom 15. Juli 2012 über die direkte Demokratie in der Schweiz ist vor allem deshalb kritisiert worden, weil er sich angeblich mit einem „Schürfen an der Oberfläche“ des Problems begnüge und nicht im einzelnen in die Tiefe gehe, um festzustellen, was uns Schweizer beim Nachdenken über Sinn und Sein unseres Landes daran hindere, an unsere direkte Demokratie zu glauben und uns wieder voll dafür einzusetzen.

Die heutigen Generationen scheinen zu einem leider relativ grossen Teil gar nicht mehr an eine unabhängige, neutrale, wirtschaftlich, sozial, kulturell, politisch, humanitäre und selbständige, wissenschaftlich und technisch vorwärtsblickende und wehrbereite Schweiz zu glauben. Man sei zu klein, mitten in einer zwar auseinander fallenden, dafür um so gefährlicheren EU alleine bestehen zu können. Als ein auf intensive Aussenhandelsbeziehungen angewiesenes Land fehle uns zudem der direkte Weg zu den Weltmeeren.

Irgendwie sind wir Schweizer von unseren jahrhundertalten Traditionen, wie Mut zur Kleinheit, hart wie ein Bergler arbeiten zu können und stets wehrbereit zu sein, verwässert worden. Sehr wahrscheinlich als Folge der Unterwanderung durch allzu viele Ausländer – nicht aber in erster Linie durch die armen, selber an hartes Arbeiten gewöhnten Flüchtlingen, sondern durch all diese superreichen Macht und Geldmenschen, die sich bei uns sicher fühlen und sich sehr schnell zur leitenden Oberschicht in Wirtschaft und Politik, den Medien, leider auch in unserem kulturellen Leben gemausert haben. Dabei haben sie, besonders unsere Jugend, zu einer permissiven Überflussgesellschaft mit immer weniger Pflichtbewusstsein, Solidarität, Respekt vor Moral, Recht und Ordnung gedrängt. Genau so wie sie im Kampf um Erfolg und Ruhm allzu gerne Mässigung, Disziplin, Ehrlichkeit und Anstand vernachlässigen. Auch das einmal mehr dank der alles gleichmachenden EU, die selber in die Fänge immer offener zu Tage tretender imperialer Tendenzen Deutschlands geraten ist.

Als ein vornehmlich deutschsprachiges Land sind wir, gleich wie Österreich, von diesen Zielen eines IV REICHS Europäischer Nationen unter Deutscher Führung gefährdet. Noch mehr gefährdet durch den Drang Deutschlands um jeden Preis mit seiner EU eine Weltmacht zu werden. Egal ob man sich dafür in einem Kondominium mit Russland (eine der neuesten Ideen), oder wieder mit dem Fernen Osten oder dem Sieger des in den gegenwärtigen tumultartigen Geburtswehen einer zukünftigen Islamischen Weltmacht einlassen muss…

Im Rahmen eines Symposiums in Feldkirch über eine humanere Welt habe ich am 1. September 2006 den nachstehenden Vortrag gehalten. Dabei bin ich zum Schluss gelangt, dass die Gefahren in unserer heutigen Welt nur auf dem Wege einer neuen moralischen Aufrüstung der Mehrheit unserer Bürger wieder zur Ausübung seiner Volksrechte und damit zur Wahrung seiner Unabhängigkeit gebracht werden kann.

Vortrag überarbeitet 1. September 2006

Die chaotischen Zustände auf unserer Welt haben erschreckende Ausmaße erreicht. Von vielen sei nur das sinnlose Morden und Zerstören im Libanon (heute in Syrien, vorher in Libyen, Nordafrika und in den letzten sechs Jahren überall an zahlreichen anderen Brandherden überall auf der Welt) erwähnt. Und dicht daneben wälzen sich Millionen Ferienlustiger unserer permissiven Überflussgesellschaft in einer unerträglichen Hitze, gleich wie es Millionen der diese Touristen bedienenden armen gehetzten und versklavten Menschen tun müssen.

Anstatt miserabler vollständig ungenügender Almosen, die dazu noch großartig als humanitäre Hilfe angeboten, in Tat und Wahrheit meistens nur zum kleinsten Teil bezahlt werden, sollte sich jetzt jeder Einzelne von uns seiner moralischen Verantwortung für sich selber, allen anderen Menschen gegenüber und für die ganze Welt bewusst werden. Aufhören mit der immer wieder gehörten Ausrede, wer sei man schon, um irgendetwas tun zu können…

Und das wäre zu tun
In einer immer breitere Kreise ziehenden, uns alle erfassenden Moralischen Aufrüstungsollte zunächst jeder an sich arbeiten, um für sein Handeln die möglichst volle moralische Selbstverantwortungzu erreichen. Erst dann wird er auch die Mitverantwortungfür das Geschehen auf dieser Welt übernehmen können: Vor allem sich dafür einsetzen, dass die Völker, die einzelnen Menschen wieder zu Wort kommen und nicht nur ihre Machthaber, wer immer sie seien…

Leider ist am Ende des letzten Jahrtausends eine der wichtigen Errungenschaften der Menschheit, die mit viel Blut in der französischen Revolution erkaufte Selbstbestimmung und oberste Entscheidungsgewalt des Volkes im modernen Staat, die Republik, in der Schweiz die direkte Demokratie, fast überall zunichte gemacht worden. Um gegen das heute alles beherrschende Chaos anzukämpfen sollte der demokratisch zustande kommende Volkswille überall wieder zur obersten Entscheidungsgewalt werden. Die Rettung der Demokratie muss bei jedem einzelnen von uns beginnen. Wir alle müssen unbedingt wieder an die moralische Kraft des wahren, unverfälschten Volkswillens glauben und bereit sein, dafür zu kämpfen. Vor allem muss die bei jedem Volk vorhandene schweigende, zum Schweigen gepresste oder einfach gleichgültige Mehrheit wieder nach vorne treten, um die während der letzten Jahrzehnte in allen Bereichen drastisch ausgedehnten und äußerst perfektionierten Maulkörbe des Volkswillens auszurotten… Bereits die letzten Präsidentschaftswahlen in den USA zeigten, wie gerade dieses Land, das die Demokratie als die Regierung durch das Volk und für das Volk „by the people and for the people“ zum verfassungsmässigen Credo gewählt hatte, Mühe hat, den Volkswillen einwandfrei zum Wort kommen zu lassen.

Der Volkswille ist nicht mehr – er wird ˝ausser Mode“ gemobt
Der Volkswille wird dort, wo er noch zu Wort kommt, zusehends und systematisch als die oberste Willens- bzw. Entscheidungs- Befugnis eines Staates, die Souveränität, ausgeschaltet. Die Gegner jeder Demokratie wissen, dass die Träger staatlicher Gewalt leichter beeinfluss- und korrumpierbarer als die breite Masse der Wählerinnen und Wähler eines Landes sind. Sie setzen deshalb alles daran, dem Staat immer mehr Kompetenzen zu Lasten des Volkswillens zu geben. Dazu gibt es, nebst der physischen Gewalt (Diktatur, Militär- und Polizei-Terror usw.) „sanftere“, weniger sichtbare, aber umso wirksamere Methoden.

Eine eigentliche „Konspiration gegen den Volkswillen“ist so unmerklich, dafür umso vernichtender in Gang gekommen.

Das Profil der Konspiration gegen den Volkswillen in Stichworten:

1. Auf internationaler Ebene und im Völkerrecht ist es ein übertriebener Multilateralismus, der unweigerlich im System des an sich demokratiefeindlichen Supranationalismus mündet;

2. Innerhalb der einzelnen Staaten sind es die weit um sich greifenden Angriffe auf die Gewaltentrennung, eine der letzten Bastionen des Volkswillens gegenüber einem übertriebenen Staatsdirigismus, der Supranationalisierung oder ganz einfach der Diktatur, des Terrors und der Tyrannei;

3. Weltweit ist es die Lahmlegung des Volkswillens durch stets größere, über die Grenzen hinweg tätige wirtschaftliche, finanzielle und politische Macht Ballungen („Lobby- und Pressure-Groups“);

4. Bei allen Menschen ist es die extreme Mediatisierung der politischen Information – eine neue, subtile Form der Big Brother Haltung gegenüber dem Stimmvolk;

5. Im Alltag ist es eine soziale und materielle Vermassung des modernen Menschen;

6. Am gefährlichsten ist die Entmythologisierung des modernen Menschen, was in einer unlimitiert permissiven Überfluss Gesellschaft zu einem brutalen Materialismus anstatt einem moralisch abgestützten Idealismus führt.

Für den vollständigen Text des Vortrags hier klicken

21 Juli, 2012 at 6:23 pm Hinterlasse einen Kommentar

Erwachen der Bürger – Trugbild oder Wirklichkeit

Jedenfalls ist der 17. Juni 2012 für jeden, der bei uns noch an die direkte Demokratie glaubt, gross einzurahmen. Dreimal Nein der Stimmbürger zu drei Vorlagen von Regierung und Parlament. Gerne würde man daran glauben, damit werde die Rückkehr zu unserer direkten Demokratie eingeläutet. Oder ist das wieder mal nur eine Illusion?

Die tödlichen Gefahren für die direkte Demokratie bestehen weiter

So gerne wir Schweizer der ganzen Welt verkünden würden, wir seien in der Welt weiterhin die einzige noch aktive direkte Demokratie, so ist leider doch viel zu wenig davon vorhanden. Auch das dreimalige Nein vom 17. Juni vermag niemanden vom Gegenteil zu überzeugen.

Seit Jahren, insbesondere seit dem zweiten Weltkrieg ist bei den Behörden und Verwaltungen eine Generation herangewachsen, der es um immer mehr Kompetenzen, in Wirklichkeit ganz einfach um mehr Macht, und zwar eine von Stimmvolk unkontrollierte Macht geht. Mit der Multilateralisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen braucht es diese Macht, um international eine „Rolle“ spielen zu können. Für diese Leute, so hochgestellt sie sein mögen, ist das Wort „Staatsdiener“ ein Fremdwort geworden! Nicht sie sind für Land und Volk da, sondern das Land und seine Bewohner müssen für sie, die Inhaber der öffentlichen Gewalt und die hinter und über ihnen stehenden Klüngel, da sein.

Eine solche Mentalität bedeutet nicht nur den Tod der direkten Demokratie, sondern ganz einfach das Ende jeder demokratisch-republikanischen Ordnung mit ihrer leider heute mit Füssen getretenen Trennung der drei Gewalten (Exekutive, Gesetzgebung und Justiz). Damit wird das Tor zu Macht und Willkür weit geöffnet. Eine Willkür, die dank einem undurchdringlichen Dickicht von Gesetzen, Verordnungen, Reglementen und Rechtsnormen jeder Art jeden einzelnen von uns zum Sklaven der effektiven Machthaber eines Landes reduziert. In der Schweiz ist das nicht anders als in den Mitgliedstaaten der EU, die sich nach wie vor, und recht grossartig, als die Elite der Demokratien der Welt bezeichnen.

Der Bundesrat gewinnt an Macht
Solange der Bundesrat nicht nur bei seiner Wahl, sondern auch bei der Erledigung aller Staatsgeschäfte, insbesondere der Gesetzgebung, vom Parlament abhängig war, und die Parlamentarier sich ihren Wählern gegenüber verantwortlich fühlten, bestand für das Stimmvolk die Gewähr, dass sich Bundesrat und Behörden auf ihre eigentliche Aufgabe als Exekutive und Legislative beschränken und nicht dem Volk vorschreiben wollen, was das beste für das Land ist.

Diese Ausgangslage hat sich inzwischen wesentlich verändert. Die zwei Weltkriege, die damit verbundenen Wirren, die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, machten sehr oft den Gebrauch des Notrechts, ausgedehnter und ausschliesslicher Kompetenzen für den Bundesrat notwendig. Natürlich wurde damit das Regieren vereinfacht. Bundesrat und Behörden, aber auch das Parlament und die politischen Parteien gewöhnten sich an diese Machtausübung. Sie rückten näher zueinander, ja sehr oft bildeten sie, zusammen mit den Medien, eine gemeinsame Front gegen das Stimmvolk. Die Geschäfte seien zu komplex geworden, die internationale Verflechtung und die wirtschaftlich/sozialen Entwicklungen erforderten rasches Handeln und es gäbe keine Zeit, die schwierigen Zusammenhänge dem Stimmvolk zu erklären, abgesehen davon, dass die Mehrheit der Stimmberechtigten gar nicht mehr befähigt sei, sachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Diese immer häufiger, besonders auch im Zusammenhang mit den europäischen Fragen, vertretene Meinung führte dazu, dass all zu entgegen gesetzte, dem Parlament und dem Bundesrat sowie den hinter ihnen stehenden Machtgruppierungen nicht passende Volksabstimmungen als überflüssig oder gar schädlich für das Wohl des Landes betrachtet wurden. Es wurde zur Gewohnheit bei unvermeidlichen Abstimmungen dem Stimmvolk, oft auch mit Drohungen verbunden, zu sagen, was es zu stimmen habe oder dann ganz einfach einen negativen Volksentscheid zu ignorieren.

Statt dem Diktat grosser Wirtschaftsblöcke –Eine Freiheitliche Weltwirtschaftsordnung
Typisch für diese Einstellung des Bundesrats ist, dass er bereits nach der Ablehnung des EWR durch das Schweizervolk 1992 tausende von Euronormen als Swisslex in das Schweizerrecht übernommen hat, ohne sie dem Stimmvolk vorzulegen.

Bei der Bundesverwaltung wurde ein Büro eingerichtet, dass jeden Gesetzesvorschlag auf seine Eurokompatibilität überprüft. Bei einem solchen Verhalten wird der Bundesrat erst dann das Vertrauen des Stimmvolks wiedergewinnen können, wenn er bis zur letzten und auch noch so unwichtigen Rechtsnorm einmal klar und deutlich sagt, wie viel Eurorecht bereits heute in der Schweiz gültig ist. Es muss sich um tausende von Normen handeln und sehr wahrscheinlich um mehr als die Hälfte des geltenden materiellen Rechts, vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich der Schweiz! Damit ist die Schweiz in eine fast vollständige Abhängigkeit von der EU geraten. Die Politiker sprechen von einer Kalten Integration.

Besonders schlimm an diesem Zustand ist, dass die Schweiz heute in der vollständig durch den Grössenwahn der EU verursachten Finanz- und Wirtschafts-Krise mit Milliarden guter Schweizerfranken den zusammenbrechenden EURO stützen muss, anstatt ihn fallen zu lassen, um an seiner Stelle, zusammen mit anderen eine der sicheren Währungen einer wieder belebten neuen, freiheitlichen Weltwirtschaftsordnung zu werden.

Eine Wirtschaftsordnung in welcher die gesunden Regeln marktwirtschaftlichen Verhaltens, befreit vom Gestrüpp einer falsch verstandenen Globalisierung (in Wirklichkeit wirtschaftlichen Kolonialisierung) wieder zur Grundlage gesunder wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Völker und Länder, einem ehrlichen Geben und Nehmen, einem gesunden Freihandel zwischen souveränen, einander etwas besser gleichberechtigter Staaten gemacht werden. Zurück zu den Modellen bewährter Freihandelszonen: Frei von der Dominanz grossartiger und dominierungssüchtiger Super- Wirtschaftsblöcken, zusammengesetzt aus einander ergänzender, sich gegenseitig zur Weiterentwicklung unterstützender Volkswirtschaften und Handelspartner. Mit Freihandelzonen könnten die unterschiedlichsten Regionen unserer Welt besser zu, einander ergänzenden Paare zusammengeführt werden. Zusammenarbeit statt Konkurrenz, Gleichberechtigung statt Dominanz und Ausbeutung. Dafür würde auch unser ökologisch schwer kranker  Erdball dankbar sein, wenn auch die Reichen und Mächtigen wohl nicht sehr glücklich sein werden, nicht mehr so unsinnig viel mehr als ihr am schlechtesten bezahlter Arbeitssklave zu erhalten. 

Die Frage ist nicht, ob die Welt noch geändert werden kann, sondern wie diese Änderung rasch in Gang zu bringen wäre
Jeder Macher weiss, dass es nur einen Weg gibt: Ideen sammeln und diese einzusetzen.

Warum nicht in der Schweiz den Stimmbürgern sagen, wenn ihr schon entscheiden, das letzte Wort haben wollt, dann los, bestürmt mit Eueren Ideen Euere Volksvertreter, diese im Parlament den Bundesrat. Alle, zusammen mit den Medien, die ehrlich um das Wohl ihres Landes besorgt sind, sollten alsdann unermüdlich in der Öffentlichkeit Ideen verbreiten für eine Wiederbelebung der direkten Demokratie, der Wiedergeburt einer möglichst republikanischen Ordnung überall auf unserer schwer kranken Welt und in Ländern wie die Schweiz. Nicht nur auf dem Papier, in der Verfassung und in den Gesetzen, Verordnungen und öffentlichen Erklärungen, sondern mit einer breit angelegten Wiedererziehung jeder einzelnen Bürgerin und jedes einzelnen Bürgers zu wieder mehr Selbst- und Mitverantwortung für sich und ihr Land. Weniger den Genüssen einer permissiven Überfluss- und Wegwerfgesellschaft und dem dafür notwendigen Geld nach zu jagen, sondern wieder die moralischen Kräfte für den Kampf um ein Ideal, eine bessere, gerechtere und solidarische Welt zu finden.

15 Juli, 2012 at 10:56 am Hinterlasse einen Kommentar


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